Muss man lernen, mit seinen Themen zu leben oder lassen sich tief sitzende Muster tatsächlich verändern? In Podcast #7 spreche ich über zwei völlig unterschiedliche Ansätze der Schattenarbeit und warum dieser Unterschied alles verändert.
Der Podcast ist live: ICH BIN - Wendepunkt
Diese Folge #7 kannst du im Podcast hören: ZUR SPOTIFY-FOLGE

Muss ich wirklich mit meinen Blockaden zu leben?
warum der Unterschied alles verändert!
Vor Kurzem bin ich über einen Newsletter gestolpert. Darin stand sinngemäß:
"Arbeite liebevoll mit deiner Blockade. Verstehe, was sie schützen möchte. Lerne, gemeinsam mit ihr neue Wege zu gehen."
Und mein erster Gedanke war:
Oder wir schauen einfach direkt, warum dein inneres Alarmsystem seit Jahren denkt, dass Sichtbarkeit, Kritik oder Ablehnung lebensgefährlich sind und reparieren genau diesen Mechanismus.
Genau hier beginnen zwei völlig unterschiedliche Sichtweisen auf persönliche Entwicklung.
Zwei Ansätze: dieselbe Sprache, unterschiedliche Ziele
Beide sprechen von Schattenarbeit.
Beide sprechen von Heilung.
Beide sprechen von Achtsamkeit.
Und trotzdem verfolgen sie zwei komplett unterschiedliche Ziele.
Lager 1: Mit dem Alarm leben
Der klassische Ansatz sagt: Angst gehört zum Menschsein. Du lernst Regulation, sie anzunehmen und trotzdem handlungsfähig zu bleiben.
Das kann unglaublich wertvoll sein. Viele Menschen erleben dadurch zum ersten Mal Stabilität und Selbstmitgefühl. Doch der Alarm bleibt häufig bestehen. Er schrillt vielleicht seltener, aber er ist da.
Lager 2: Den Feueralarm reparieren
Der zweite Ansatz stellt eine andere Frage: Warum schlägt dein System überhaupt dauerhaft Alarm?
Statt Strategien für den Umgang mit Blockaden zu entwickeln, wird nach dem Ursprung gesucht. Um das Muster im Unterbewusstsein neu zu verknüpfen. Nicht, um die Vergangenheit endlos zu analysieren. Das Ziel ist, dass dein Unterbewusstsein bestimmte Situationen nicht länger als Gefahr bewertet.
Einen Stolperstein erkennen reicht nicht
Erkennen ist nicht = Entfernen
Stell dir vor, mitten auf deinem Weg liegt ein großer Stein. Du weißt genau, warum er dort liegt:
- Du kennst seine Geschichte.
- Du hast ihn von allen Seiten betrachtet.
- Und trotzdem musst du jeden Tag wieder um ihn herumlaufen.
Genau deshalb reicht Erkenntnis allein oft nicht aus. Den Stein zu kennen, verändert den Weg noch nicht.

Warum Erkenntnis allein oft nicht reicht
Viele Menschen kennen ihre Themen inzwischen erstaunlich gut.
- Sie wissen, warum sie Angst vor Sichtbarkeit haben.
- Sie kennen ihre Glaubenssätze.
- Sie können ihre Kindheit analysieren.
Und trotzdem passiert immer wieder dasselbe. Warum? Weil Verstehen nicht automatisch Veränderung bedeutet. Viele Geschäftsmodelle im Coaching basieren unbewusst auf:
Problem → mehr Verständnis → noch mehr Verständnis → Wissen
Der Verstand arbeitet schon logisch. Das Unterbewusstsein aber arbeitet über Erfahrungen, Emotionen und neuronale Verknüpfungen. Deshalb reicht Erkenntnis allein häufig nicht aus. Und was du brauchst, ist: Veränderung.
Was bedeutet "Themen auflösen" eigentlich?
Auch hier sorgt Sprache oft für Missverständnisse. Wenn ich von dem "Lösen eines Musters" spreche, meine ich nicht, dass die Erinnerung gelöscht wird. Weder vergisst du deine Vergangenheit, noch verdrängst du sie. Was sich verändert, ist deine Reaktion darauf. Aus Daueralarm kann Ruhe werden. Aus Angst Vertrauen. Aus einem alten Schutzmechanismus eine neue Freiheit. Vielleicht passt deshalb ein anderer Begriff für "auflösen" besser: entkoppeln, neu verknüpfen oder umprogrammieren.
Was hat das mit Schattenarbeit zu tun?
Der Begriff Schattenarbeit geht ursprünglich auf Carl Gustav Jung zurück. Gemeint sind die Anteile in uns, die wir verdrängen oder nie wirklich kennenlernen durften. Heute wird der Begriff allerdings sehr unterschiedlich verwendet:
- Die einen verstehen darunter vor allem das Annehmen und Integrieren.
- Andere arbeiten mit Methoden, die tief sitzende Muster im Unterbewusstsein verändern möchten.
Beides nennt sich Schattenarbeit. Aber es ist nicht dasselbe.
Der eigentliche Unterschied
Vielleicht geht es gar nicht darum, welcher Ansatz besser ist. Sondern darum, welche Frage du dir stellst.
Fragst du:
"WIE kann ich mit meiner Angst leben?"
Oder fragst du:
"WARUM glaubt mein System überhaupt noch, dass diese Angst notwendig ist?"
Diese beiden Fragen führen zu völlig unterschiedlichen Wegen. Und genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen, wenn alle von "Schattenarbeit" sprechen. Zwei völlig verschiedene Ansätze in der Schattenarbeit. Und welcher ist deins?
Die richtige Frage: Welche Ebene brauche ich?
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Deine Sichtbarkeit hat ein Muster. Kennst du es?
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